"Dem Vergessen entrissen. Jüdisches Leben im Kraichgau"

CDU-Abgeordnete Gurr-Hirsch besucht Ausstellung in Obergimpern 

„Ich bin jedes Mal aufs Neue beeindruckt von dem Engagement zum jüdischen Erbe im Kraichgau“, sagte die örtliche CDU-Landtagsabgeordnete Friedlinde Gurr-Hirsch anlässlich einer Veranstaltung zur Ausstellung „Dem Vergessen entrissen. Jüdisches Leben im Kraichgau“. Die Ausstellung im Bad Rappenauer Ortsteil Obergimpern schildert die Geschichte des jüdischen Bevölkerungsteils in den Kraichgaugemeinden. „Im 18. und 19. Jahrhundert befanden sich in diesem Landstrich die meisten jüdischen Gemeinden Badens, die die Region mit prägten“, wies die Politikerin auf die Relevanz der Ausstellung hin. Im 19. Jahrhundert zog es viele jüdische Familien in die Emigration nach Übersee und später vor allem die großen Städte Badens. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden die noch im Kraichgau lebenden jüdischen Familien ins französische Lager Gurs deportiert – die meisten haben den Nationalsozialismus nicht überlebt. „Das Erbe und die Erinnerung an die jüdische Kultur im Kraichgau wachzuhalten ist eine wichtige Aufgabe. Ich freue mich sehr, dass der Verein „Jüdisches Leben im Kraichgau“ sich so intensiv damit befasst. Dass hier auch Einzelschicksale im Mittelpunkt stehen, ist vor dem Hintergrund immer weniger noch lebender Zeitzeugen sehr wichtig und ein Beitrag, dass die Gräueltaten unter den Nationalsozialisten keine Wiederholung finden“, betonte Friedlinde Gurr-Hirsch, die auch auf die Erinnerungskultur in Eppingen hinwies, wo beispielsweise die Realschule nach der in den 1920er Jahren in die USA emigrierten Selma Rosenfeld benannt ist.

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