Frauen an der Spitze - in Wirtschaft und Politik

Friedlinde Gurr-Hirsch lud zur Diskussionsveranstaltung nach Eppingen

Weshalb gibt es immer noch so wenige Frauen in Führungspositionen? Eine Antwort auf diese Frage suchte die CDU-Landtagsabgeordnete Friedlinde Gurr-Hirsch bei einer Diskussionsveranstaltung in Eppingen. Auf dem Podium begrüßte sie die Gastgeberin des Abends und Inhaberin des Fitnessstudios Gärtner, Sybille Gärtner, die Schwaigerner Bürgermeisterin Sabine Rotermund, die Prokuristin Vera Fischer-Michael und Michaela Lierheimer, Geschäftsführerin der AOK-Heilbronn Franken. Alle Frauen waren sich einig: Qualifikation und Quote dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. „Alleine die vergleichsweise hohe Anzahl an Frauen, die in kleinen und mittleren Unternehmen Führungspositionen übernehmen, beweist das Gegenteil“, so die Landtagsabgeordnete Friedlinde Gurr-Hirsch. Sie stellte die Datenbank www.spitzenfrauen-bw.de vor, die seit Anfang 2011 besteht. Diese Plattform dient dem Ziel, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen. Mittlerweile sind dort 200 Frauen registriert: „Man kann noch nicht von einem durchschlagenden Erfolg sprechen“, kommentierte Friedlinde Gurr-Hirsch. „Dennoch ist diese Plattform ein enorm wichtiger Schritt in die richtige Richtung, nämlich qualifizierte Frauen mit dem Willen, eine Führungsposition zu übernehmen, sichtbar zu machen.“
Die vier weiblichen Führungspersönlichkeiten berichteten im Anschluss über ihre eigene Biografie und darüber, wie sie den Weg in die jeweilige Führungsrolle gefunden und gegangen sind. Auf die zugrundeliegende Frage nach dem geringen Anteil weiblicher Führungskräfte fanden sie unterschiedliche Antworten. Monika Lierheimer stellte fest, dass trotz eines enorm hohen weiblichen Mitarbeiteranteils von 75 Prozent in der Krankenversicherung die Zahl der Interessenten für Führungspositionen äußerst gering ist: „Viele Frauen wollen das einfach nicht“. Für den technischen Bereich hat Vera Fischer-Michael von der Firma Michael Hoffnungen aufgrund des steigenden Anteils weiblicher Studenten auch in MINT-Fächern. Wenn eine Frau Interesse an Führungstätigkeiten habe, könne sie sich aller Chancen sicher sein. Bürgermeisterin Sabine Rotermund und Sybille Gärtner betonten jeweils die Bedeutung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie – Frauen wollten nicht die Familienarbeit vernachlässigen, weil sie Karriere machen. „Es muss in unserer Gesellschaft normal werden, dass Männer auch die Hausarbeit erledigen, während Frauen in Führungspositionen arbeiten“, fasste Friedlinde Gurr-Hirsch die einhellige Meinung der Podiumsgäste zusammen. „Frauen müssen sich etwas trauen, warum nicht eine Führungsposition? Deshalb freut es mich, dass wir zu Gast bei Sybille Gärtner sein durften, einer Powerfrau, die sich mit 20 Jahren geschworen hat, Unternehmerin zu werden und heute mit dem Fitnessstudio in Eppingen einen erfolgreichen mittelständischen Betrieb führt. Oft hängt nämlich der Mangel an weiblichen Führungskräften leider auch damit zusammen, dass Frauen sich selbst die Führungsaufgabe nicht zutrauen oder sie lieber anderen überlassen. Wir brauchen also nicht nur ein Umdenken bei den Männern, sondern auch bei den Frauen“, gab die frauenpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion zu bedenken. Sie wollte sich jedoch nicht von ihrer positiven Überzeugung abbringen lassen: „Der heutige Abend und die gute Resonanz zeigen uns, dass das Interesse da ist und wächst. Ich bleibe zuversichtlich.“

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