Besuch beim Freundeskreis Asyl in Unterheinriet

Friedlinde Gurr-Hirsch informierte sich vor Ort

Am Montag besuchte Frau Gurr-Hirsch die Flüchtlingsunterkunft in Unterheinriet, um sich selbst ein Bild von der dortigen Situation zu machen. Sachkundige Vertreter des für die Unterbringung und Versorgung der Asylsuchenden zuständigen Landratsamtes, Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung, Gemeinderäte und Vertreter des Freundeskreises kamen ins Gespräch.
„Die Nöte sind allerorten groß“, begrüßte Frau Gurr-Hirsch die Anwesenden, „ doch wir haben in Deutschland aus geschichtlicher Erfahrung und moralischer Überzeugung den Artikel 16 im Grundgesetz: `Politisch Verfolgte genießen Asylrecht´“.  Ein großes Problem sei die lange Verfahrensdauer und die Überlastung der Erstaufnahmestellen durch Asylanträge von Osteuropäern. Diese nähmen Bürgerkriegsflüchtlingen Plätze weg. Sie wolle sich gern die Sorgen der Ämter und des Freundeskreises anhören und  die beiden Häuser anschauen, in denen derzeit 47 Flüchtlinge untergebracht sind. Die vielfältige Arbeit der Ehrenamtlichen vor Ort und deren Zuarbeit für die Ämter schätze sie sehr. „Ohne Sie hätten wir noch viel mehr Probleme in den Gemeinden.“, so Gurr-Hirsch anerkennend.
„Wir suchen dringend weitere Unterbringungsmöglichkeiten, auch in Untergruppenbach und den Teilorten. Wir wissen nicht mehr wohin mit den Neuankömmlingen“, so Herr Fuhr vom Landratsamt. Die Gemeindeverwaltung sei bemüht, zügig verträgliche Lösungen zu finden, versicherte Frau Dicht, Mitarbeiterin im Rathaus. Die Baugesuche ans LRA müssten oft ein zu langes Verfahren durchlaufen, wurde beklagt. Bei der Sitzung des Gemeinderats am 24.9. stehe das Unterbringungsproblem auf der Tagesordnung. Das sei aber noch lange hin, gab Frau Gurr-Hirsch zu bedenken, vielerorts seien angesichts der Dynamik der vergangenen Tage Sondersitzungen anberaumt worden: „Der Bundesinnenminister musste die Schätzung für in diesem Jahr nach Deutschland kommende Flüchtlinge von 450.000 auf 650.000 bis 750.000 nach oben korrigieren“.
Ellen Mangatter, Lopetra Möhle und Hermann Steiner vom Gemeinderat und Claudia Schadt und Ursula Steudle vom Freundeskreis Asyl Untergruppenbach waren erfreut, dass den Flüchtlingen in Unterheinriet und der Arbeit der Ehrenamtlichen überhaupt Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Sie machten deutlich, dass die Unterbringung weiterer Flüchtlinge die Teilorte Ober- und Unterheinriet überfordern würden. „Bis jetzt zieht die Bevölkerung mit. Sachspenden und Wohnungsangebote sind ein deutliches Zeichen der Bereitschaft, die Flüchtlinge nicht nur willkommen zu heißen, sondern ihnen tatkräftige Unterstützung im Alltag zu geben“, so Ursula Steudle.
Dass Städte und Gemeinden überfordert sind, dringend Geld benötigen, um Personal aufzustocken, sei ihr bekannt, meinte Frau Gurr-Hirsch. „Hier ist der Bund gefordert, mehr Unterstützung zu geben.“  Claudia Schadt konkretisierte daraufhin ein akutes Problem des Freundeskreises: „Wir Ehrenamtlichen brauchen dringend Ansprechpartner bei der Gemeinde für die Fülle an Problemen, aber auch bei der Suche nach Arbeit und der Wohnungssuche. Es fehlt an Ressourcen für die Gemeindeverwaltung, es fehlt an Sozialarbeitern für die Heimbewohner, die – vielleicht vorübergehend - auch Untergruppenbacher sind.“ Frau Dicht berichtete, dass die Gemeinde für vier Personen eine Beschäftigung im Bauhof und im Freibad anbiete. Diese sollen pro Arbeitsstunde 1,05€ erhalten und dürfen maximal 100 Stunden arbeiten. Das wertete auch Frau Gurr-Hirsch als positives Zeichen für die Bemühungen der Gemeinde.
Obwohl die Zeit drängte wollte sie unbedingt noch einen Blick in den Garten werfen, der von  Flüchtlingen und Ehrenamtlichen bearbeitet wird. „Alle Achtung, was hier geleistet wird“, äußerte sie. „Ja, Beschäftigung ist für die Asylsuchenden so wichtig und eigentlich könnten wir in der Landwirtschaft gut solche Arbeitskräfte gebrauchen!“
Die Mitglieder des Freundeskreises Asyl sind nun zuversichtlich, dass durch ein gutes Miteinander zwischen Gemeindeverwaltung, Gemeinderat und Freundeskreis die Arbeit mit den Flüchtlingen zu deren Wohl und zum Wohl unserer Bürgerschaft weiterhin gelingt.
Für Fragen können Sie sich jederzeit über Frau Dicht oder die Pfarrämter an uns wenden.

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