Unzufriedenheit über Bildungspolitik wächst

Besuch und Gespräch in der Leintalrealschule in Schwaigern

Die Landtagsabgeordnete Friedlinde Gurr-Hirsch besuchte die Schwaigerner Leintalrealschule, um vor Ort mit Lehrerinnen und Lehrern über deren Erfahrungen zur aktuellen Schulpolitik zu sprechen. Dabei wurde sie mit sehr viel Unzufriedenheit und Enttäuschung seitens der Lehrerschaft konfrontiert. Insbesondere die Einführung von Gemeinschaftsschulen wurde vehement abgelehnt. Es war einhellige Meinung, dass das vorgelegte Konzept die individuellen Bedürfnisse und Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler nicht ausreichend berücksichtigt. Die Realschullehrer befürchten eine Bildungsnivellierung nach unten und negative Auswirkungen auf den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Baden-Württemberg. Zudem beklagten sie die zu Lasten der übrigen Schularten angekündigte einseitige Bevorzugung der Gemeinschaftsschulen. Diese sollen laut Informationen der Landesregierung bei der Ausstattung mit Ressourcen bevorzugt werden, obwohl es doch selbstverständlich sein müsste, allen Schularten die gleichen Lernchancen zu eröffnen.
 
Weiterer Kritikpunkt war der Wegfall der verbindlichen Grundschulempfehlung. Aus Sicht der Lehrerinnen und Lehrer wird dies sehr viele Kinder überfordern und frustrieren. Friedlinde Gurr-Hirsch ist derselben Meinung. „Aus ideologischen Motiven werden die jungen Menschen einem schmerzvollen Realitätstest ausgesetzt. Die Landesregierung nimmt bewusst das Leid der Kinder in Kauf, die nach der fünften oder sechsten Klasse die Schulen wechseln müssen, weil sie die Anforderungen nicht erfüllen“, so die Landtagsabgeordnete. Sie hob hervor, dass die Anzahl der jährlich neu hinzukommenden Schülerinnen und Schüler durch die Abschaffung für die einzelnen Bildungseinrichtungen und Kommunen auch nicht mehr kalkulierbar ist.
 
Angesichts hervorragender Ergebnisse Baden-Württembergs bei zahlreichen Bildungsvergleichen in den vergangenen Jahren ist nicht plausibel, weshalb grün-rote Politiker unser Schulsystem völlig umgestalten wollen. „Baden-Württemberg ist bundesweit an der Spitze. Diese Position aufs Spiel zu setzen, ist äußerst fahrlässig“, betonte die CDU-Politikerin. Sie versprach, sich weiterhin für ein leistungsorientiertes, differenziertes und ortsnahes Schulangebot einzusetzen. „Beste Bildung für jedes Kind. Damit stärken wir die Zukunftsfähigkeit und den Zusammenhalt in der Gesellschaft“, konstatierte Friedlinde Gurr-Hirsch.
 
MK

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