Ausgleichsflächen: Stadt und Landwirte beschreiten neue Wege

Maßnahmen zur Umkehr des anhaltenden Schwunds an Biodiversität sind zwingend geboten

Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch: Bauliche Eingriffe in den Naturhaushalt müssen durch die ökologische Aufwertung anderer Flächen kompensiert werden

Produktionsflächen für landwirtschaftliche Betriebe sind insbesondere in Ballungsgebieten ein knappes Gut und die Konkurrenz um Pachtflächen ist groß.  Durch Umwidmungen von Acker und Grünlandflächen zu Gewerbe- und Wohnbaugebieten verschärft sich die Situation. Grund und Boden stehen im Spannungsfeld zwischen dem Bedarf an Wohnraum und Arbeitsplätzen einerseits, dem Anspruch hochwertige Lebensmittel lokal zu produzieren und familiengeführten Landwirtschaftsbetrieben die Einkommensgrundlage zu erhalten andererseits. Dieser Zielkonflikt muss unter Förderung und Erhaltung einer vielfältigen und naturfreundlichen Kulturlandschaft gelöst werden. Denn: Maßnahmen zur Umkehr des anhaltenden Schwunds an Biodiversität sind zwingend geboten.

Bauliche Eingriffe in den Naturhaushalt müssen durch die ökologische Aufwertung anderer Flächen kompensiert werden. Zum Ausgleich ist das Anlegen von extensiven Wiesen und Streuobstwiesen eine bewährte Vorgehensweise. Dies führt aber für viehhaltende Betriebe und reine Ackerbaubetriebe zu weiteren Verlusten und zusätzlicher Verknappung von Produktionsflächen.

Das „PiK – Projekt":

Ziel des Projekts sind die Erprobung von ackerbaulichen Bewirtschaftungsweisen und Konzeption planerischer Prozesse. Diese sollen vor allem in Ballungsgebieten mit hoher Flächenkonkurrenz ermöglichen unter Mitwirkung der örtlichen Landwirtschaft tragfähige Konzepte zur Kompensation baulicher Eingriffe zu schaffen. Der Begriff „PiK" beschränkt sich nicht auf die Anwendung bestimmter Bewirtschaftungsweisen von Acker und Grünland, sondern stellt vielmehr einen Planungsgrundsatz dar: Ausgleichsflächen werden vorrausschauend und gemeinschaftlich geplant und realisiert. Landwirtschaft, Naturschutz und Vorhabenträger bringen Ihre Expertise ein und schaffen tragfähige Konzepte, welche der Artenvielfalt und der Landwirtschaft helfen. Die Landsiedlung Baden-Württemberg GmbH erprobt in Zusammenarbeit mit Kommunen und Landwirten Maßnahmen in Rahmen von Modelvorhaben. Die Ergebnisse des Projekts sollen in Form eines Handlungsleitfadens für Vorhabenträger, Landwirte und Verwaltung veröffentlicht werden.  

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