Staatssekretärin eröffnet landesweite Aktionswoche

Ingrid Poppe (Schwäbische Tafel Stuttgart e. V.) im Gespräch mit Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch MdL
Ingrid Poppe (Schwäbische Tafel Stuttgart e. V.) im Gespräch mit Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch MdL

„Lebensmittelretter – neue Helden braucht das Land“

„Lebensmittelretter bewahren wertvolle Lebensmittel vor dem Müll. Auch die Tafeln sind mit ihrer täglichen Arbeit Lebensmittelretter“, sagte die Staatssekretärin im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Friedlinde Gurr-Hirsch MdL bei der Auftaktveranstaltung zur zweiten landesweiten Aktionswoche ‚Lebensmittelretter – neue Helden braucht das Land‘ im Tafelladen in Stuttgart.

Jedes Jahr landen in Deutschland von der Herstellung bis zum Verbrauch etwa zwölf Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Etwa die Hälfte davon entsteht in privaten Haushalten. Die Aktionswoche ‚Lebensmittelretter – neue Helden braucht das Land‘ vom 5. bis 11. Oktober 2020 soll die Menschen in Baden-Württemberg für das Thema sensibilisieren. „Wir wollen nicht nur Verbraucherinnen und Verbraucher erreichen,“ so die Staatssekretärin. „Überall, wo Lebensmittel verarbeitet oder gehandelt werden, bleiben Lebensmittel ‚übrig‘. Der Lebensmitteleinzelhandel hier in Baden-Württemberg ist deshalb auch Lebensmittelretter. Er setzt sich mit guter Planung, Initiativen und Aktionen gegen Lebensmittelverschwendung ein.“

Durch eine Kooperation mit der Tafel Baden-Württemberg e. V. können zudem wertvolle Lebensmittel gerettet und an Bedürftige in unserer Gesellschaft weitergegeben werden. Die Arbeit der Tafel als Lebensmittelretter sei deshalb unglaublich wertvoll.

Der Einzelhandel in Baden-Württemberg setzt sich seit langem engagiert für die Vermeidung von Lebensmittelverlusten ein und arbeitet zudem seit vielen Jahren erfolgreich mit den Tafeln zusammen. Deshalb unterstützen Handelsverband Baden-Württemberg e. V. sowie die Einzelhandelsketten EDEKA Südwest, Lidl, Penny und REWE Südwest die gemeinsame Aktionswoche. „Jede gelungene Kooperation zwischen einer Tafel und einem Partner vom Lebensmitteleinzelhandel ist ein Gewinn für die ganze Gesellschaft!“, sagte Udo Engelhardt, Vorstandsmitglied der Tafel Baden-Württemberg e. V.

„Lediglich vier Prozent aller Lebensmittelverluste in Deutschland fallen jedes Jahr im Handel an. Es gibt nicht den Lebensmittel-Einzelhandel oder den Lebensmittel-Einzelhändler. Es gibt viele verschiedene: große, kleine, umsatzstarke, inhabergeführte, filialisierte. Und so vielfältig wie die Handelslandschaft nun mal ist, so vielfältig sind auch die Formen, wie man hier versucht, Lebensmittelverluste zu vermeiden. Eines aber haben alle gemeinsam: ‚Lebensmittelverluste gehen gar nicht!‘ So lautet immer das oberste Motto im Handel“, sagte Sabine Hagmann, Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbands Baden-Württemberg e. V.

„Die Wertschätzung von Lebensmitteln gehört zur Liebe für Lebensmittel. Die selbständigen Kaufleute des EDEKA-Verbunds im Südwesten unterstützen beispielsweise seit vielen Jahren die Tafel mit Lebensmittelspenden und organisieren darüber hinaus regelmäßig Spenden-Aktionen für haltbare Lebensmittel. Durch Waren- und Geldspenden sind somit weit über 15 Mio. Euro an die Tafelinitiativen im Südwesten geflossen. Auch innovative Konzepte zum Verkauf noch verzehrfähiger Lebensmittel mit kurz vor dem Ablauf stehendem Mindesthaltbarkeitsdatum gehören zu unseren Maßnahmen, ebenso wie originelle Rezepte für unsere Kunden zur sogenannten Resteverwertung. Auch wir sind damit ‚Lebensmittelretter‘ und unterstützen gerne die Initiative des Landes Baden-Württemberg für mehr Nachhaltigkeit“, sagte Michaela Meyer, Geschäftsbereichsleiterin Nachhaltigkeit bei EDEKA Südwest.

„Die Abgabe von Lebensmitteln an die Tafeln ist ein wichtiger Baustein der Lidl-Lebensmittelrettung. Wir helfen dadurch finanziell bedürftigen Menschen und reduzieren Lebensmittelverluste. Zudem unterstützen wir die Tafel auch finanziell mit Spenden und der mittlerweile 20. Million aus der Pfandspende der Lidl-Kunden“, sagte Matthias Oppitz, Geschäftsleitungsvorsitzender von Lidl Deutschland.

„Wir bekämpfen Lebensmittelverschwendung seit einem Jahrzehnt: mit unseren Naturgut Bio-Helden und unserer ‚Kostbares retten‘-Kennzeichnung sensibilisieren wir die Verbraucher und tun selbst aktiv etwas gegen Lebensmittelverschwendung. Seit fast 20 Jahren arbeiten wir außerdem vertrauensvoll mit den Tafeln zusammen, die aus einem Großteil unserer Märkte Lebensmittel erhalten, die nicht mehr verkauft, aber dennoch bedenkenlos verzehrt werden können. Darüber hinaus greifen wir den Tafeln mit Spendenaktionen auch finanziell unter die Arme, wenn es eng wird – so wie in diesem Jahr. Die Tafeln leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Reduktion der Lebensmittelverschwendung und für viele Mitglieder unserer Gesellschaft, die auf Unterstützung angewiesen sind“, so Klaus-Peter von Nethen, Leiter der Region Südwest, zu der rund 475 PENNY-Märkte gehören.

„REWE ist seit 1996 Partner der Tafeln. Der Handelskonzern unterstützt auf vielfältige Weise die Hilfe für Menschen, deren Haushaltsbudget oft nicht mal ausreicht, um die Grundversorgung mit Lebensmitteln zu decken. Beispielsweise durch die Organisation und Durchführung von Aktionen unter Beteiligung der Kunden. So laden jedes Jahr bundesweit die REWE- und nahkauf-Märkte sowie der REWE Onlineshop Verbraucher dazu ein, eine Tüte mit lang haltbaren Nahrungsmitteln zu kaufen, die dann der örtlichen Tafel zu Gute kommt. Die Kundenspenden werden abschließend von REWE bundesweit um 40.000 Tüten mit Waren aufgestockt. Allein durch diese seit 2009 jährlich durchgeführten Tafel-Aktionswochen konnten bisher zusätzlich Lebensmittelspenden im Wert von knapp 18,5 Millionen Euro den Ausgabestellen bereitgestellt werden. Geschätzte 3,7 Millionen Tafel-Kunden profitierten bisher davon“, so Henning Opper, Vorsitzender der Geschäftsleitung REWE Südwest.

Hintergrundinformationen:

Unter dem Motto „Lebensmittelretter – neue Helden braucht das Land“ findet in diesem Jahr zum zweiten Mal die landesweite Aktionswoche zur Lebensmittelwertschätzung als Teil der Strategie des Landes zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung statt. Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz bietet in den sozialen Medien verschiedene Kurzclips mit praktischen Tipps für den Alltag an und – ganz neu – auf seinem Instagram-Kanaleine #resteessen Challenge. Verbraucherinnen und Verbraucher können vom 5. bis 11. Oktober 2020 ihre Fotos übriggebliebener Lebensmittel und daraus zubereiteter Speisen online stellen und damit an der Verlosung von Biokisten und einem Mixer teilnehmen. Außerdem gibt es die Möglichkeit zu einem Erfahrungsaustausch zur Vermeidung von Lebensmittelresten.

Weitere Informationen zur Aktionswoche sowie zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung finden Sie unter:

 

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