Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch: „Schon einfache Maßnahmen im Haushalt können die Haltbarkeit von Lebensmitteln verlängern“

Neue MLR-Kampagne ‚Lebensmittelretter – neue Helden braucht das Land‘ / Aktionswoche soll Verbraucher sensibilisieren / Aufruf zu mehr Wertschätzung von Lebensmittel

„Bevor sich der Kühlschrank in den 50er Jahren in Deutschland etablierte, haben es unsere Großeltern auf vielfältige Weise geschafft, Lebensmittel lange zu lagern oder haltbar zu machen. Lebensmittel wurden nicht weggeworfen. In Deutschland landen allerdings mittlerweile pro Einwohner und Jahr 75 Kilogramm Lebensmittel im Müll, wovon etwa die Hälfte vermeidbar gewesen wäre. Angesichts solcher Zahlen sollten wir uns wieder mehr auf diese alten Konservierungs- und Lagerungstechniken besinnen“, sagte die Staatssekretärin im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Friedlinde Gurr-Hirsch MdL, am Donnerstag (10. Oktober) in Stuttgart anlässlich der Aktionswoche zum Start der neuen Kampagne des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) ‚Lebensmittelretter – neue Helden braucht das Land‘, die vom 7. bis 13. Oktober stattfindet.   

 „Laut einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) machen Obst und Gemüse neben zubereiteten Speisen sowie Brot und Backwaren, den größten Anteil der vermeidbaren Lebensmittelabfälle aus. Dies können wir in Baden-Württemberg als Obst- und Gemüseland mit dem europaweit größten zusammenhängenden Streuobstgebiet nicht tolerieren“, so die Staatssekretärin.

 

„Eine adäquate Lagerung der Lebensmittel sei der erste Schritt. Kartoffeln, Zwiebeln und Knoblauch mögen es kühl, trocken und dunkel. Dies verhindert vorzeitiges Keimen. Die meisten anderen frischen Lebensmittel wie Eier, Milch und Milchprodukte, Wurst und Fleisch sowie zubereitete Speisen gehören in den Kühlschrank. Ananas, Orangen Bananen oder Mandarinen. Mangos und Zitronen sowie Tomaten, Zucchini und Gurken sollen jedoch nicht in den Kühlschrank. Sie können unter einer Obsthaube außerhalb des Kühlschranks aufbewahrt werden. Sobald ein Apfel im Obstkorb liegt, reifen die umliegenden Früchte schneller. Das liegt an dem Reifegas Ethylen, dass Äpfel abgeben“, erklärte die Staatssekretärin.

 

„Haben Obst und Gemüse Saison und fallen in großen Mengen an, gibt es verschiedene Wege, die Früchte haltbar zu machen und auf Vorrat zu lagern. Ob trocknen, einmachen, einlegen, fermentieren, einfrieren oder bei Fleisch bzw. Fisch räuchern und pökeln. Unsere 35 Landratsämter und Ernährungszentren im Land bieten zu diesen Themen eine Fülle an Workshops, Vorträgen und Mitmach-Aktionen an. Dazu gehört auch, Obst und Gemüse zu verarbeiten, die nicht den Handelsnormen entsprechen. Diese ‚krummen Dinger‘ haben kleine Schönheitsfehler, schmecken jedoch genauso gut und sind es wert, gegessen zu werden“, betonte die Staatssekretärin.

 

Hintergrundinformationen:

Hinweise darauf, wo welches Nahrungsmittel am besten aufgehoben ist und weitere Tipps finden Sie im Faltblatt ‚Wie lagern Lebensmittel richtig?‘ des Landeszentrums für Ernährung.

 

Lebensmittelretter kann jeder sein. Wie das im Alltag aussehen kann, davon kann man sich vom 7. bis 13. Oktober 2019 ganz einfach ein Bild machen. Im Zuge der neuen MLR-Kampagne ‚Lebensmittelretter – neue Helden braucht das Land‘ haben sich das MLR, der Handelsverband, der Einzelhandel und die Duale Hochschule Heilbronn zusammengetan und eine landesweite Aktionswoche zur Lebensmittelwertschätzung ins Leben gerufen.

 

Die Einzelhandelsketten EDEKA, Kaufland, Lidl, Penny und REWE engagieren sich in dieser Woche mit Aktionen in den Märkten sowie weiteren Informationsangeboten.

 

Ein gemeinsamer Internetauftritt aller Aktionspartner unter www.lebensmittelretter-bw.de informiert über vielfältige Aspekte der Lebensmittelwertschätzung.

 

Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter www.mlr.baden-wuerttemberg.de und www.landeszentrum-bw.de.

 

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