Politische Unterstützung für das Ehrenamt

Abgeordnete Gurr-Hirsch und Gienger laden Vereine zur Diskussion

Mit Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch und Eberhard Gienger waren gleich zwei Abgeordnete zum Vereinsdialog nach Meimsheim gekommen und konnten dort zahlreiche interessierte und engagierte Vereinsfunktionäre aus dem gesamten Zabergäu zum offenen Gespräch begrüßen. 

Gurr-Hirsch, selbst ehrenamtlich Vorsitzende des Blasmusikkreisverbands Heilbronn, würdigte das Ehrenamt als wichtige Grundlage der Gesellschaft, bei dem unser „Musterländle“ beispielhaft vorangeht. „Jeder zweite Baden-Württemberger ist im Verein aktiv und bringt den reichen Erfahrungsschatz aus dem Berufsleben in sein Ehrenamt ein“, berichtete Gurr-Hirsch zu Beginn aus der Ehrenamtsstudie des Landes. Um dieses Engagement angemessen zu würdigen, weist Gurr-Hirsch auf die Wertschätzungs- und Anerkennungskultur in Baden-Württemberg hin durch die Landesehrennadel, die Staufermedaille oder das Bundesverdienstkreuz. Weitere Unterstützung bietet das Land Baden-Württemberg noch durch das freiwillige soziale oder ökologische Jahr, oder die Möglichkeit, bis zu fünf Tage Bildungsurlaub für Fortbildungen in Anspruch zu nehmen.

Der Vorsitzende der Arbeitsgruppe „Sport und Ehrenamt“ in Berlin, Eberhard Gienger MdB, verwies auf die Leistungen des Staates wie das Angebot des Bundesfreiwilligendienstes oder bestimmte Steuererleichterungen, wie z.B. die Übungsleiterpauschale und die Erhöhung der Freigrenze für Zuwendungen an die Mitglieder. Gienger nannte außerdem noch das Programm „Hauptamt stärkt Ehrenamt“ des   Bundeslandwirtschaftsministeriums, das am 1. Juli starten wird. Zur Unterstützung des Ehrenamts gäbe es seit 2013 das „Ehrenamtsstärkungsgesetz“, das derzeit in Berlin überarbeitet würde. Der Bundespolitiker versprach, einige Anregungen des Abends mit in die Planung einzubeziehen.

Die DSGVO rechtssicher umzusetzen, verantwortungsbereiten Nachwuchs generieren, Führungspositionen im Vorstandsteam besetzen sowie Möglichkeiten der Entbürokratisierung,  all das waren Themen, die die Vereinsvorsitzenden den Abgeordneten vortrugen. Kritisiert wurden die strenger gewordenen Auflagen für öffentliche Veranstaltungen. Die Haftungspflicht und umfangreiche Sicherheitsbestimmungen erschweren den Vereinen zunehmend die Planung von Festivitäten. Diese Auflagen seien keine Gängelei durch die Politik, sondern vielmehr aus einer Reaktion auf bisherige Vorfälle entstanden. "Die Menschen erwarten von der Politik, und auch von Ihnen als Veranstalter, dass ihre Sicherheit auf Faschingsumzügen, Weinfesten und Weihnachtsmärkten zu jeder Zeit gewährleistet ist. Dabei dürfe man aber nicht vergessen, dass im Zuge der Gleichbehandlung der Verband DEHOGA zurecht auf bestimmte Vorschriften auch bei Vereinen besteht, die umgekehrt eine große Konkurrenz für das Gastgewerbe darstellten. „Als Politiker müssen wir immer beide Seiten sehen und abwägen. Allerdings lassen wir die Vereine nicht im Regen stehen und unterstützen wo möglich“, betonte Gurr-Hirsch.

 

 

  

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