Politische Weinprobe im Weingut Reichsgraf und Marquis zu Hoensbroech, Angelbachtal

Politische Themen mit edlem Wein kombiniert – vom Gaumenerlebnis in die Tiefen der Politik eintauchen. Staatssekretärin und ehemalige Weinkönigin Friedlinde Gurr-Hirsch nahm ihr Publikum spielend mit auf die Reise

Angelbachtal. Vergangenen Samstag lud die Angelbachtaler CDU unter der Leitung ihrer Vorsitzenden Stephanie Brecht zu einer besonderen politischen Weinprobe im Weingut Reichsgraf und Marquis zu Hoensbroech ein. Bei bestem Wetter kamen knapp 50 Gäste. 

Vorsitzende Brecht machte bereits in ihrem einführenden Worten klar, wie sehr sie sich auf diese Veranstaltung freue und überließ Landtagsabgeordneten Dr. Albrecht Schütte das Wort. Dieser betonte, dass unser Kontinent und die Art wie wir leben nur noch wahrgenommen werde, wenn man zusammenarbeite. Dazu brauche es Kompromissbereitschaft. „In diesem Sinne bitte ich alle, sich am 26. Mai an der Europawahl zu beteiligen“, warb Schütte. Im Anschluss begrüßte Angelbachtalers Bürgermeister Frank Werner das Publikum, stellte kurz die Gemeinde vor und würdigte die Bedeutung des Landessanierungsprogrammes (LSP) und des Entwicklungsprogrammes Ländlicher Raum (ELR) für die Gemeinden im Kraichgau. Auch die Leader-Gebietskulisse sei ein Segen für den Kraichgau als politisch dreigeteilte Region, die hier wieder sehr sinnvoll Kräfte bündeln könne.

Staatssekretärin für ländlichen Raum Friedlinde Gurr-Hirsch, wohnhaft in Untergruppenbach, für den Bezirk Eppingen im Landtag, brachte dem Publikum an diesem Nachmittag sechs Weine des Weinguts Hoensbroech näher und führte zugleich in verschiedene Bereiche der Politik ein. Nach einem „Jungen Weißburgunder“ betonte sie zunächst, dass sich ihr Ministerium dafür einsetze, in Baden-Württemberg, dem drittgrößten Weinbaugebietes Deutschland, die Weingüter auszubauen. Die Temperatur und die Bodenverhältnisse passen wunderbar zusammen. So müssen z.B. sogenannte Terassenanbauten finanziell unterstützt werden, da hier die notwendige Handarbeit weit mehr Zeit beanspruche. Nach der Verkostung des Schwarzrieslings aus 2015, dessen Farbe wesentlich intensiver war und nach Beeren roch, ging es um die Stärkung des Ländlichen Raumes. In BW beträgt dieser ca.70 %, in der 34 % der Bevölkerung lebe. Ziel sei es, diesen Raum so zu entwickeln, damit genug Arbeitsstellen und Schulen vorhanden seien und niemand aus diesen Gründen in die Städte ziehen müsse. So wolle man auch einer Veralterung auf dem Lande entgegenwirken. Von Landwirtschaft über Tourismus streifte Gurr-Hirsch auch das Thema Bildungspolitik. Im CDU-regierten Baden-Württemberg war damals der Bildungsstandart zusammen mit Bayern an der Spitze zu finden. Seit dem damaligen Regierungswechsel sank der Standard dramatisch. Schleswig-Holstein hat uns längst überholt. Das müsse wieder anders werden. Bis 2022 sollen mehr als 1000 neue Lehrerstellen geschaffen werden. Hier nutzten die anwesenden Lehrer die Zeit zwischen den Weinproben, um in persönlichen Gesprächen die tatsächliche Situation an den Schulen den anwesenden Politikern darzustellen. Immer wieder spielte Landtagsabgeordnete Gurr-Hirsch den Ball ihrem Kollegen Schütte zu, der diesen gekonnt auffing. So bezog dieser klar Stellung zum Thema Bildungspolitik und wies zunächst auf die zusätzlichen Lehrer und Stunden für Deutsch und Mathematik an der Grundschulen, Informatik an allen weiterführenden Schulen ab Klasse 7 und zur Abdeckung der zunehmenden Heterogenität an den Realschulen hin. „Qualität in der Bildung wird seit 2016 auch von der Politik wieder in den Mittelpunkt gestellt.“ 

Höhepunkt der Weine stellte ein Grauburgunder Spätlese dar, der voller Aromen, vollmundig, leicht nach Honig riechend hochreif präsentiert wurde. 

Am Ende der Veranstaltung bedankte sich Vorsitzende Brecht herzlich bei allen Rednern mit einem Buch über die „Faszination des Weinstockes“. Gräfin und Graf zu Hoensbroech, die ihre Räumlichkeiten sehr gerne zur Verfügung stellten, beschenkte Brecht ebenfalls als Zeichen des Dankes für die gute und wertvolle Zusammenarbeit. So mancher Gast ließ es sich nicht nehmen, die eine oder andere Weinflasche zu erwerben. Hoch zufrieden machten sich die Gäste auf den Heimweg.

 

  

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