„Antisemitismus im neuen Kleid“

Religionswissenschaftler und Antisemitismusbeauftragten der Landesregierung Dr. Michael Blume folgt der Einladung von Friedlinde Gurr-Hirsch

 „Das Internet und die Sozialen Medien verhelfen dem Antisemitismus zu neuer Blüte“, warnte der Antisemitismusbeauftragte des Landes, Dr. Michael Blume gleich zu Beginn seines packenden Vortrags. Vor rund 50 interessierten Zuhörern bestehend aus zahlreichen Kommunalpolitikern und Mitgliedern der Kirchengemeinden in Eppingen durfte der engagierte Stadtverbandsvorsitzende Dr. Michael Preusch den Religionswissenschaftler Dr. Blume im evangelischen Gemeindehaus begrüßen. 

Verschwörungsmythen und Hass gegen Juden ließen sich heutzutage rasend schnell über das Internet verbreiten und können aus zweifelhaften Quellen jedermann zugänglich gemacht werden. Der Antisemitismus nehme weltweit zu und gedeihe leider auch hierzulande, so die Warnung Blumes. Als Beispiel nannte er Reichsbürger oder diejenigen Menschen, die an die große Weltverschwörung der Illuminaten glaubten. Der Antisemitismus habe viele Gesichter und mache nie vor Juden Halt. Selbst im Irak, wo längst keine Juden mehr lebten, seien diese Feindbild Nummer Eins. „Viele Menschen werfen sich dort gegenseitig vor, Teil der Jüdischen Weltbevölkerung zu sein“. „Was uns fehlt ist ein gemeinsames Wissens- und Wertefundament. Das fängt schon damit an, dass immer weniger Menschen regionale Zeitung lesen“, so Blume. Dabei sei es wichtig, lokale Zusammenhänge und die Demokratie vor Ort zu verstehen. Das fängt beim Engagement bei der Kommunalpolitik an – wie sollen sich die Bürgerinnen und Bürger formieren, wenn nicht durch regionale Berichte in den Zeitungen? Die Anregungen von Dr. Blume ließen auch im Anschluss an seinen Vortrag eine lebhafte Diskussion mit der Podiumsrunde bestehend aus zwei Schülern, Pfarrer Tschacher und der Vorsitzenden des Vereins Jüdisches Leben im Kraichgau, Elisabeth Hilbert entstehen. Auch Fragen und Anregungen der Besucher wurden von Dr. Blume bereitwillig und klar beantwortet.

So konnte sich der Vorsitzende Dr. Michael Preusch nach einer aufschlussreichen und auch aufrüttelnden Veranstaltung bei Dr. Blume und allen Beteiligten mit einem Eppinger Gruß herzlich bedanken.

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